TurnGala 2021 Bizzar verschoben! 

Aufgrund der am 27. August von Bund und Ländern beschlossenen Corona-Maßnahmen sind Großveranstaltungen, bei denen die Kontaktverfolgung und die Einhaltung der Hygieneregeln nicht möglich sind, bis zum Jahresende 2020 untersagt. Aus diesem Grund haben sich die Organisatoren des Schwäbischen, Badischen und Niedersächsischen Turner-Bundes dazu entschieden, die TurnGala Bizzar um ein Jahr zu verschieben. 

„Das gesundheitliche Wohl der Zuschauer, der Künstler und Artisten sowie aller Beteiligten an der TurnGala hat für uns oberste Priorität. Nachdem die rechtlichen Vorgaben bis Ende des Jahres die TurnGala wie bisher durchgeführt zudem nicht möglich machen, haben wir versucht, Alternativ-Lösungen zu finden. Diese waren aber aus organisatorischer und ökonomischer Sicht leider nicht tragbar. Daher haben wir uns schweren Herzens dazu entschlossen, die Bizzar-Tournee um ein Jahr zu verschieben”, sagt Wolfgang Drexler, Präsident des Schwäbischen Turnerbundes. Die TurnGala unter dem Motto Bizzar wird somit ab Dezember 2021 mit voraussichtlich denselben Künstlern stattfinden. Drexler ergänzt: „Darüber hinaus haben wir als Veranstalter auch eine Verantwortung gegenüber unseren Vereinen und Turngauen, die uns seit Jahren tatkräftig unterstützen und ohne die die Organisation und Durchführung der TurnGala nicht möglich wäre. Auch ihnen gegenüber möchten wir fair handeln und das wirtschaftliche Risiko möglichst geringhalten.” 

Bereits gekaufte Tickets behalten natürlich ihre Gültigkeit für den neuen Veranstaltungszeitraum, oder werden wahlweise zurückerstattet. Alle Informationen zur genauen Abwicklung gibt es auf unserer Website unter www.turngala.de/tickets-20202021! Sobald die neuen Tourdaten feststehen, werden wir euch zeitnah auf der Website www.turngala.de informieren. 


Fröhliches Spektakel mit Zwischenfall

TurnGala, 08.01.2020

09.01.2020 REGIONALSPORT, SÜDWESTPRESSE

Fröhliches Spektakel mit Zwischenfall

Turngala Das Publikum in Neu-Ulm sieht die gewohnte Mischung aus lockeren Turnvorführungen und konzentrierter Akrobatik. Doch bei der vorletzten Nummer stürzt die Protagonistin. Von Manuela Harant

Ganz schön unruhig waren Nadja Stucke und Petra Glöggler vom SV Suppingen und SV Oberdischingen vor ihrem Auftritt bei der Turngala am Mittwochabend in der Neu-Ulmer Arena. Nein, vor 3000 Zuschauern haben sie ihren Sport noch nie demonstriert. Und dann mit einer über eine Entfernung von 25 Kilometern per Video einstudierten Choreographie, bei der alles passen muss: Ton, Rhythmus, Synchronität. Besonderen Nervenkitzel brachte auch noch die streikende Technik vor der Generalprobe. Doch Minuten vor dem Start der professionellen Akrobatik-Show unter Mitwirkung der umliegenden Vereine des Turngau Ulm war bei der 22-köpfigen Gruppe schließlich alles perfekt.

„Viele von uns haben heute extra Urlaub genommen“, sagt Petra Glöggler, die in Oberdischingen sonst vor einem dutzend Sportinteressierten ihre Disziplin „Jumping Fitness“ demonstriert. Der Turngau hatte sie und Nadja Stucke aus Suppingen beauftragt, ihren Sport gemeinsam auf der Bühne zu zelebrieren, ganz nach dem diesjährigen Turngala-Motto „Celebration“. Und es war ein wunderbarer Prolog für das Hauptprogramm, das für eine Protagonistin allerdings tragisch enden sollte.

Doch erst einmal war vor allem buntes Gewusel angesagt, als die jungen Sportlerinnen der SSG Ulm 99, zumindest mit vier Trampolins bewaffnet, über die große Bühne wirbelten. Die Zuschauer waren mitgerissen, und die große Show konnte beginnen – wie gewohnt, verbunden mit komödiantischen Einlagen, diesmal von dem schwäbischen Unikat Rosemie Wirth, das beim Publikum ein geteiltes Echo fand.

Viele Artisten treten doppelt auf

Am Ende ging es aber doch vor allem um die sportlichen Nummern, und die waren jede auf ihre Art toll inszeniert sowie ästhetisch und turnerisch auf allerhöchstem Niveau. So bewiesen Lukas und Aaron, dass man ein Cyr-Wheel auch zu Zweit benutzen kann, die Turner aus Heidelberg und Rhythmischen Gymnastinnen aus Halle, dass sie gut zusammenpassen und die Luftakrobatik-Gruppe Lift, dass sich Rock’n’Roll und Salto Mortale nicht ausschließen. Die meisten Artisten boten gleich zwei Nummern, was in den allermeisten Fällen gut gelang und gerade noch abwechslungsreich genug war.

Dramatisch wurde es allerdings gegen Ende der Veranstaltung für Viktoria Gnatiuk, die in der ersten Hälfte mit einer Handstand-Nummer brilliert hatte. Als sie im zweiten Durchgang rund fünf Meter über dem Boden an einem Doppelluftring hing, verlor sie den Halt und fiel mit den Füßen voraus auf den harten Bühnenboden. Die Ukrainerin versuchte noch weiter zu turnen, musste aber schließlich von Helfern gestützt die Bühne verlassen.

In diesem Zusammenhang unglücklich war, dass die Show ohne Durchatmen sofort mit der nächsten Comedy-Nummer von Rosemie weiterging. So manchem dürfte das Lachen im Hals stecken geblieben sein. Wie schwer die offensichtliche Fußverletzung war, konnte am späten Abend nicht mehr geklärt werden. Beim Schlussbild mit allen Darstellern, fehlte die professionelle Artistin jedenfalls. Und am Donnerstag bestreitet der Turngala-Tross schon seinen nächsten Auftritt in Künzelsau. Ob Viktoria Gnatiuk dort auftreten kann, ist zumindest fraglich.

Alle Bilder Matthias Kessler, SWP