Fröhliches Spektakel mit Zwischenfall

TurnGala, 08.01.2020

09.01.2020 REGIONALSPORT, SÜDWESTPRESSE

Fröhliches Spektakel mit Zwischenfall

Turngala Das Publikum in Neu-Ulm sieht die gewohnte Mischung aus lockeren Turnvorführungen und konzentrierter Akrobatik. Doch bei der vorletzten Nummer stürzt die Protagonistin. Von Manuela Harant

Ganz schön unruhig waren Nadja Stucke und Petra Glöggler vom SV Suppingen und SV Oberdischingen vor ihrem Auftritt bei der Turngala am Mittwochabend in der Neu-Ulmer Arena. Nein, vor 3000 Zuschauern haben sie ihren Sport noch nie demonstriert. Und dann mit einer über eine Entfernung von 25 Kilometern per Video einstudierten Choreographie, bei der alles passen muss: Ton, Rhythmus, Synchronität. Besonderen Nervenkitzel brachte auch noch die streikende Technik vor der Generalprobe. Doch Minuten vor dem Start der professionellen Akrobatik-Show unter Mitwirkung der umliegenden Vereine des Turngau Ulm war bei der 22-köpfigen Gruppe schließlich alles perfekt.

„Viele von uns haben heute extra Urlaub genommen“, sagt Petra Glöggler, die in Oberdischingen sonst vor einem dutzend Sportinteressierten ihre Disziplin „Jumping Fitness“ demonstriert. Der Turngau hatte sie und Nadja Stucke aus Suppingen beauftragt, ihren Sport gemeinsam auf der Bühne zu zelebrieren, ganz nach dem diesjährigen Turngala-Motto „Celebration“. Und es war ein wunderbarer Prolog für das Hauptprogramm, das für eine Protagonistin allerdings tragisch enden sollte.

Doch erst einmal war vor allem buntes Gewusel angesagt, als die jungen Sportlerinnen der SSG Ulm 99, zumindest mit vier Trampolins bewaffnet, über die große Bühne wirbelten. Die Zuschauer waren mitgerissen, und die große Show konnte beginnen – wie gewohnt, verbunden mit komödiantischen Einlagen, diesmal von dem schwäbischen Unikat Rosemie Wirth, das beim Publikum ein geteiltes Echo fand.

Viele Artisten treten doppelt auf

Am Ende ging es aber doch vor allem um die sportlichen Nummern, und die waren jede auf ihre Art toll inszeniert sowie ästhetisch und turnerisch auf allerhöchstem Niveau. So bewiesen Lukas und Aaron, dass man ein Cyr-Wheel auch zu Zweit benutzen kann, die Turner aus Heidelberg und Rhythmischen Gymnastinnen aus Halle, dass sie gut zusammenpassen und die Luftakrobatik-Gruppe Lift, dass sich Rock’n’Roll und Salto Mortale nicht ausschließen. Die meisten Artisten boten gleich zwei Nummern, was in den allermeisten Fällen gut gelang und gerade noch abwechslungsreich genug war.

Dramatisch wurde es allerdings gegen Ende der Veranstaltung für Viktoria Gnatiuk, die in der ersten Hälfte mit einer Handstand-Nummer brilliert hatte. Als sie im zweiten Durchgang rund fünf Meter über dem Boden an einem Doppelluftring hing, verlor sie den Halt und fiel mit den Füßen voraus auf den harten Bühnenboden. Die Ukrainerin versuchte noch weiter zu turnen, musste aber schließlich von Helfern gestützt die Bühne verlassen.

In diesem Zusammenhang unglücklich war, dass die Show ohne Durchatmen sofort mit der nächsten Comedy-Nummer von Rosemie weiterging. So manchem dürfte das Lachen im Hals stecken geblieben sein. Wie schwer die offensichtliche Fußverletzung war, konnte am späten Abend nicht mehr geklärt werden. Beim Schlussbild mit allen Darstellern, fehlte die professionelle Artistin jedenfalls. Und am Donnerstag bestreitet der Turngala-Tross schon seinen nächsten Auftritt in Künzelsau. Ob Viktoria Gnatiuk dort auftreten kann, ist zumindest fraglich.

Alle Bilder Matthias Kessler, SWP

8. Januar 2020

ratiopharm Arena