Erfolgsrezept bewährt sich erneut

Jannika Greber vom SSV Ulm 1846 hatte Grund zum Strahlen: der Sieg beim in­ternationalen Gymixed 2016 war einge­tütet und damit die Wiederholung des Erfolges vom Vorjahr, damals an der Sei­te des Herbolzheimers Antonio Huber. Diesmal zog sie mit dem Ulmer Turntrai­ner und Aktiven Daniel llie Popescu ei­nen starken Partner aus der Losschüssel. 

Die beiden als Team Ried Apotheken wa­ren immer im Vorderfeld dieses ungewöhnli­chen Wettkampfs mit zehn Paaren zu finden, bei dem in drei Runden kein Gerät zwei Mal benutzt werden durfte. Erst im Winners Fi­nals war wieder freie Auswahl. Und da stan­den sie nur noch Tisha Vollemann und Daniel Radeanu (Team Kamin Weber) gegenüber. Das niederländisch/rumänische Duo war durchaus ebenbürtig, legte am Sprung und Seitpferd 28,30 Punkte vor, was Gre­ber/Popescu an Stufenbarren und Seitpferd mit 28, 70 Punkten konterten. Aber auch die anderen Teams waren stark. Bremsen Kiech­le (Annika Göttler/Rokas Guscinas) und Gas­tromenue (Laura Jurca/Dennis Locher) mach­ten bis zum Finale Druck. Insgesamt gab es aus turnerischer Sicht kaum etwas zu bemän­geln, die Leistungsdichte war so hoch wie vielleicht nie zuvor. Kampfrichter Michael Arb war „positiv überrascht" und sprach von ei­nem „sehr guten Niveau". Weil auch das Rah­menprogramm passte, bekamen die Zu­schauer in der ausverkauften Kuhberghalle drei Stunden prächtige Unterhaltung gebo­ten, zu dem auch die drei Moderatoren beitru­gen: Rainer Stuber mit dem Blick auf das Ge­samtgeschehen, Volker Grüger für den unter­haltenden Teil und Moritz Pohl für die turn­technischen Finessen. So präsentierte sich schließlich auch Organisator Simon Barth ent­spannt: .,Ich bin glücklich, dass alles so glatt gelaufen ist". Dass er selber sichtlich mit Han­dicap unterwegs war, ist einer Sprunggelenk­verletzung geschuldet, die er sich beim Fuß­ball zugezogen hat. Auch Gerd Nolte, Erfinder dieses ungewöhnlichen Wettkampfs, der im­mer wieder mit Neuerungen aufwartet, spar­te nicht mit Lob: .,Toll, was da heute Abend geboten wurde". 

Die Rumänin Laura Jurca, die für den SSV Ulm 1846 in der Zweiten Bundesliga an die Geräte ging, demonstrierte ihr Können ein­drucksvoll. Wer weiß, was drin gewesen wäre, wäre Dennis Locher im Finale am Reck nicht vom Pech verfolgt gewesen. Evelyn Reisig setzte es in der zweiten Runde am Bo­den auf den Po, was das Aus für sie und ihren Partner Tomas Kuzmickas bedeutete. Die erste Runde hatten die beiden als Team SWU noch gewonnen. Kein Glück hatten auch Sa­rina Maier (Kirchheim) und Matthias Mayer (SSV Ulm 1846), die schon 2015 zusammen waren und in Runde eins passen mussten. Moderator Volker Grüger entfuhr es kurz und knapp: " Mensch Maier". Elisa Kuen (Heidenheim) und Stefan Häberle (SSV Ulm 1846) mussten als Team Sparkasse ebenfalls in Runde eins passen und teilten dieses Schicksal mit den Gymixed-Neulingen Ka­thrin Scheck und Nils Greber (beide Ulm), die unter Fernwärme firmierten. Nils Greber lan­dete beim Sprung neben der Matte und lie­ferte eine einleuchtende Erklärung: .,Da lag noch das weichere Sprungbrett von den Mä­dels". Folge: er kam nicht hoch genug und driftete ab - Aus! Aber kein Vorwurf an ir­gendeine Adresse. Team Toto Lotto mit An­nika Drechsler (Ulm) und dem pfuhler Domi­nik Fett hat das Glück übrigens in Runde zwei verlassen. Da half auch der Pfuhler Fan­block auf der Westtribüne nicht mehr. 

Viel Beifall war auch den Showgruppen gewiss, die sich dem turnerischen Niveau durchaus anglichen, wenn man die Verhältnismäßigkeit nicht außer acht lässt. So prä­sentierte sich der weibliche LZ-Nachwuchs ebenso eifrig wie die Jungs. Die „ Magie Stars" des VfB Ulm zeigten ihre Nummer „No Stress", und der Ulmer DTB-Stützpunkt Aerobic eine, die schon bei der Matinee der Bewegung für Begeisterung gesorgt hatte. Eine Bereicherung war die Tanzschule WE Dance mit ihrer Vorführung zu ABBA-Melo­dien. Und die Sportakrobatinnen Nicole Box­ler und Sophie Kirschner vom TSV Friedberg waren einfach klasse. Turngau-Präsident Martin Ansbacher äußerte sich bei der Siegerehrung jedenfalls hoch erfreut über die 28. Auflage des Gymi­xed: .,Die besten Leistungen, die wir in den letzten Jahren gesehen haben". Es sei ein .. Erfolgsrezept, das sich bewährt habe". Kei­ne Frage, dass es auch den 29. Gymixed gibt. Simon Barth weiß auch schon, wann: ,,Am 16. Dezember 2017". Walter Fritsche

Gymixed Splitter

Die „Turnfamilie" feierte mal wieder ihren Jahresabschluss. Stammgast Helge Liebrich vom TV Wetzgau kam frisch vom Urlaub auf Bali (., mein erster seit2006") und immerwie­der gern nach Ulm, ,, weil es Spaß macht". Sieben Siege hat er beim Gymixed schon ge­feiert, 2015 war er immerhin bis ins Finale ge­kommen, was ihm 2016 verwehrt war. Mit Guusje Majoor bekam er zum vierten Mal eine Niederländerin als Partnerin. Was kein schlechtes Zeichen sein muss, denn 2014 stand er zusammen mit Tisha Volleman auf dem Gymixed-Sieger-Podest ganz oben. Der Kontakt steht. ,, Wir telefonieren hin und wie­der", erzählt Helge Liebrich. Seinem Ansin­nen, sie solle ihn doch wieder aus dem Los­topf ziehen, konnte Tisha Vollemann nicht nachkommen. Da hatte ihre junge Mann­schaftskollegin den Bundesliga-Turner schon weggeschnappt. Tisha Vollemann war den­noch glücklich, kam mit Daniel Radeanu auf Platz zwei. Den hatte sie im Vorjahr mit Lukas Greber belegt, der nach seinem Kreuzband­riss diesmal nur Zuschauer war. Vollemann hofft natürlich, dass sie 2017 wieder beim Gy­mixed starten kann, Helge Liebrich hat sich den Termin 16. Dezember auch schon vorge­merkt: ,,Simon muss nur anrufen". Der Orga­nisator sieht da kein Problem: ,,Das ist doch keine Frage". 

Simon Barth muss freilich nicht nur daran denken, wer dann bei der 29. Auflage wird starten können, sondern erst mal den aktuel­len Wettbewerb sauber abschließen. Dazu gehört die Abrechnung, die bei voll besetzten Rängen zugegeben leichter fällt. Aber auch der Dank an alle Helferinnen und Helfer gehört zur Pflicht. Neben den Sponsoren (,,ohne die ist eine solche Veranstaltung nicht zu stemmen") gab es Lob für Klaus Eck und das Auf- und Abbau-Team, an Steffen Med­wed und seine Leute von Ton und Technik, an Reinhold Diepolder und seine Mannschaft für die Verpflegung der Besucher, an Claudia Kley und den SV Oberdischingen für die Ver­köstigung der Ehrengäste. 

Der Gymixed war für Daniel Radeanu Neu­land. Der für Ulm turnende Rumäne kennt von einem Start beim Swiss-Cup aber einen ähnlichen Wettkampf, der alljährlich in der Schweiz veranstaltet wird. Sein Eindruck vom Wettkampf in der Kuhberghalle: ,, Eine wunderschöne Atmosphäre, ein tolles Publi­kum". Nächstes Jahr will er, genauso wie Da­niel Popescu, wieder dabei sein. Und auch wieder für Ulm in der Liga turnen. Dass Popescu und Jannika Greber am Ende knapp vorn waren, kommentierte er schmunzelnd: .,Manchmal ist der Trainer als Sportler bes­ser". Mit 15,2 Punkten hatte Popescu am Pauschenpferd übrigens die Tageshöchst­marke aufgestellt. 

„Voll zufrieden" war Annika Göttler, die mit dem Litauer Rokas Guscinas Dritter gewor­den war. Die beiden Teams vor ihnen hätten eben keine Fehler gemacht, meinte sie aner­kennend. Die Saison insgesamt sei nun nicht so schlecht gewesen, auch in der Zweiten Liga nicht, wo die Ulmerinnen in die Relega­tion mussten. Wäre der schlechte Auftakt nicht gewesen, meinte Annika Göttler, dann wäre alles entspannter abgelaufen. Trotz Studium in Kufstein wird sie im nächsten Jahr wieder angreifen. wfr

Gymixed Splitter 2

Für Natalie Wolfgang kommt ein Einsatz 2017 wohl noch zu früh. Sie hat zwei Hüfto­perationen hinter sich und wird noch einige Zeit brauchen, bis an Turnen wieder zu den­ken ist. ., Es geht", kommt die Antwort auf die Frage nach dem gesundheitlichen Befinden. Als nächstes müssten die Schrauben raus und dann sehe man weiter. Aber alles ohne Druck. ,,Gesundheit geht vor", lautet der vernünfti­ge Vorsatz. 

Apropos Gesundheit. Es hatte lange nicht so ausgesehen, als würde Jannika Greber star­ten können. Die 18-Jährige war im Sommer drei Monate mit dem Pfeifferschen Drüsen­fieber außer Gefecht und freute sich deshalb am Gymixed-Ende umso mehr, dass es wie­der gut gelaufen ist. ,,Vorrangig geht es hier aber um den Spaß", sah sie das Ganze ziem­lich entspannt. Vielleicht das Geheimnis des Erfolgs. Denn das Finale dieses Wettkampfs hat sie noch jedes Mal erreicht seit sie dabei ist. 

Wiederkommen wollen auch die Sportakro­batinnen des TSV Friedberg. Nicole Boxler und Sophie Kirschner sind mehrfache Bayeri­sche und Deutsche Meister, außerdem bei der Jugend-Weltmeisterschaft 2016 in China auf Rang sechs ausgezeichnet platziert gewesen und nun in den Bundes-B-Kader aufgenom­men worden. Sie lieferten eine tolle Show ab, was das Publikum mit viel Beifall honorierte. Nette Episode am Rande: Sophie Kirschner ist die Tochter von Bianca Schneider, die früher unter den Fittichen von Gerd Nolte im Ulmer Turn-Leistungszentrum trainiert hat und 1991 als 14-Jährige bei der Qualifikation zur Jugend-Europameisterschaft Platz acht be­legt hat. wfr

Endstand Gymixed

Winners Final:

  • 1. Team Ried Apotheken (Jannika Greber/Daniel llie Popescu) 28, 70 Punkte;
  • 2. Team Kaminbau Weber (Tisha Volleman/Daniel Radeanu) 28,30. 

Finale:

  • 1. Team Kaminbau Weber (Tisha Vollemann/Daniel Radeanu) 27,50;
  • 2. Team Ried Apotheken (Jannika Greber/Daniel llie Popescu) 26,40;
  • 3. Team Bremsen Kiechle (Annika Göttler/Rokas Guscinas) 25,25;
  • 4. Team Gastro Menue (Laura Jurca/Dennis Lo­cher) 23,00. 

Ausgeschieden nach Runde zwei:

  • Team SWU (Evelyn Reisig/Tomas Kuzmickas},
  • Team Turngau Ulm (Guusje Majoor/Helge Liebrich},
  • Team Toto Lotto (Annika Drechs­ler/Dominik Fett). 

Ausgeschieden nach Runde eins:

  • Team SSV Ulm 1846 (Sarina Maier/Matthias May­er},
  • Team Sparkasse Ulm (Elisa Kuen/Stefan Häberle},
  • Team Fernwärme Ulm (Kathrin Scheck/Nils Greber).